Web 3.0 in den Startlöchern

In Deutschland ist noch nicht einmal Web 2.0 richtig bei den Nutzern angekommen und erst langsam setzen sich Trends wie Social Software und Mash-up für Webseiten hier durch, da berichtet die New York Times bereits über Web 3.0 – die Zukunft des Web.
Was ist denn das nun schon wieder, werden einige stöhnen und in der Tat ist es zurzeit recht schwierig, mit den Neuentwicklungen Schritt zu halten. Mittels Web 3.0 soll also, glaubt man John Markoff, der Fülle von Informationen im Netz eine sinnvolle Strukturierung gegeben werden. Der Schritt von Web 2.0, in dem verschiedene Anwendungen innerhalb des WWW miteinander verknüpft werden, zu Web 3.0 erfolgt durch die Einführung der wirtschaftlichen Komponente. Web 2.0 verliert also seine Unschuld. Aus dem Datenkatalog soll eine bedeutungsvolle Zusammenstellung von Informationen werden. Statt wie bisher nur die Kommandos der Nutzer auszuführen, sind nun die Computer mittels künstlicher Intelligenz in der Lage, Denkvorgänge zu übernehmen.
Was für Kritiker lange utopische Zukunftsmusik war, scheint nun durch die rapide Entwicklung der Technologien doch in greifbare Nähe zu rücken. Dadurch wird das Konzept für große Unternehmen wie IBM oder Google ebenso interessant wie für kleine Start-ups. Bis jetzt konzentrieren sich die Projekte auf kleine, praktische Anwendungen. Diese reichen von Urlaubsempfehlungen bis zu Musikbewertungen. In Zukunft könnte leistungsfährige Technologie jedoch die Rolle eines umfassenden Ratgebers übernehmen. Und wenn man bedenkt, wie viel Zeit wir heutzutage mit dem Suchen von Informationen, mit Preisvergleichen oder ähnlichen Dingen im Netz verbringen, klingt ein solcher Dienst äußerst verlockend.
Aber wollen wir wirklich, dass der Computer unsere Finanzplanung übernimmt, entscheidet welche Aktien wir kaufen und den Vorsorgeplan für die Rente aufstellt? Und damit mir der Rechner immer die aktuellen Sonderangebote der verschiedenen Autoherseller und Autohäuser frei Haus liefern kann, muss das Programm zunächst wissen, dass ich ein Auto suche, wie viel Geld ich dafür ausgeben will und ob ich deutsche oder japanische Modelle bevorzuge. Nur wenn wir bereit sind, Daten zu liefern, können wir von einer weltweiten Datenbank zu weltweit vernetzten Daten kommen.

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