CommuniBLOG

Dokumentation der USA-Reise im Rahmen des Executive MBA Programm Communicate der TU München und ein bißchen darüber hinaus.

Friday, November 10, 2006

Lobbyism, noch mehr Entertainment und Mash-up

Der frühe Vogel fängt den Wurm und so begann der heutige Tag bereits um 8.15 Uhr. Mit dem Thema Lobbyismus im politischen Bereich haben wir im täglichen Berufsleben zwar nicht viel zu tun, aber Lobbyismus kann auch im täglichen Leben Anwendung finden. Unsere beiden Dozenten gaben einen Überblick über die komplexe Struktur des amerikanischen Regierungssystems und beantworteten geduldig unsere vielen Fragen. Mit fiktiven Beispielen wurde schnell klar, dass es viele Wege geben kann, die dazu führen können, ein Thema voranzutreiben und dass es vor allem wichtig ist, auf das richtige Pferd zu setzen und für verschiedene Ebenen verschiedene Strategien zu wählen, die sich trotzdem nicht widersprechen. Im Fallbeispiel konnten wir uns dann entweder in die Position der Entscheider, der Vertreter von Industrie oder Öffentlichkeit versetzen und über mögliche Veränderungen bei Junk Food streiten. Für eine richtige Kontroverse waren wir uns zwar von vorne herein viel zu einig, aber ich habe dennoch gelernt, dass es manchmal darauf ankommt, sich strategisch zu verhalten, um nicht mehr Zugeständnisse machen zu müssen, als unbedingt notwendig. Lobbying erinnert mich manchmal unglaublich stark an die Spieltheorie. Man muss antizipieren, was die anderen „Mitspieler“ vorhaben und sich ein BATNA schaffen, dann klappt’s auch mit dem Verhandeln.


Danach galt es, wieder eine scharfe Kurve von der politischen Arbeit zur Unterhaltung zu vollführen. Aram Sinnreich erweiterte unsere Kenntnisse von Mash-up um die Bereiche Musik mit Cover-Songs und Mash-up-Songs, um weitere Beispiele von kleinen Programmen, die bei flickr, Google & Co. viele interessante Inhalte zu Tage fördern, um Pandora, eine Website auf der man einen Lieblingsinterpreten eingibt und die Internet-Radiosender findet, die entsprechende Musik spielen. Was aus dem Uralt-Video des "Star Wars Kid" heute alles gemacht wird, ist auf YouTube zu bewundern. Außerdem erzählte er uns, wie die Interaktion einer Fangemeinde die Titelfindung und sogar einen ganzen Kinofilm beeinflusste und wie verschiedene Firmen den Enthusiasmus der Internet-User und die Möglichkeiten von Mash-ups für Marketingzwecke nutzen. Nach einem kurzen Überblick über Web 2.0 ging es weiter an den USC-Campus, wo wir eine „normale“ Vorlesung über das Casting bei MTV miterleben durften.

Gleiches und Unterschiedliches
Soweit ich das beurteilen kann, ist Lobbyism eine Kunst, die keine Unterschiede zwischen den Kontinenten macht, weil sie sowieso sehr sehr individuell ist. Wer effektiven Lobbyismus betreiben will, muss diesseits und jenseits des Atlantiks genau wissen, an welchen Strippen man ziehen muss und wer der geeigente Fürsprecher ist. Dabei kann es nicht schaden, auf mehrere Pferde zu setzen.

Bei neuen Technologien und dazu zählen die Mash-ups ja ganz bestimmt, lohnt dagegen immer ein Blick ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wenn man dann noch in der Lage ist die wirklich guten und in Deutschland funktionierenden Features zu identifizeiren und zu adaptieren, hat man bereits einen großen Schritt gemacht und unter Umständen viel Zeit und Geld gespart.

Als kleines Highlight am Rande: Tino und Lars waren live bei der Schwarzenegger-Siegerparty. Das Video dazu gibt es mittlerweile auf YouTube.

Nachtrag: Sorry, dass ich Volker unterschlagen habe - hier der Bildbeweis :-).

1 Comments:

  • At 9:22 AM, Anonymous Anonymous said…

    Na, wir waren schon noch zu dritt da. ARD-Team und ORF-Korrespon-dentin waren auch auskunftsbereit über die Arbeitsbedingungen in L.A. und wenn Lars noch das Bild schickt, gibt es sogar einen schönen Beleg :-)

    Gruss Volker

     

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