CommuniBLOG

Dokumentation der USA-Reise im Rahmen des Executive MBA Programm Communicate der TU München und ein bißchen darüber hinaus.

Monday, November 06, 2006

Blogs, Podcasts, Wikis, YouTube & Co.


Am Freitag war also der erste Tag, an dem wir hier in L.A. richtig gearbeitet haben. Um für die folgenden Experten der Annenberg School of Journalism richtig gerüstet zu sein, haben wir uns nochmal in die Tiefen der neuen Medien begeben. Jetzt wissen wir also alle, wie einfach es ist, einen Blog zu erstellen, aber wisst Ihr auch, wann man in der Unternehmenskommunikation besser die Finger davon lässt? Dazu haben Mitarbeiter von Jörg Pfannenberg - Ihr erinnert Euch an die Podiumsdiskussion? - ein Papier zusammengestellt.

Ungemein praktisch sind für den täglichen Gebrauch auch Wikis – und das nicht erst seit dem großen Erfolg von Wikipedia. Es gibt bereits eine Reihe von Projekten, die mit OpenSource Software auf Wiki-Basis erfolgreich zu Ende gebracht werden. Vor allem findet man diese aber bei multinationalen Teams und in der IT-Branche.

Und auch bei Podcasting ist der Aufwand für die Erstellung nicht viel größer. Warum sollte man aber einen regelmäßigen Podcast wie „Schlaflos in München“ betreiben? Nein, einen adäquaten Partner zu finden ist meist nicht die erste Motivation von Annik Rubens. Erlangt man eine gewisse Bekanntheit und verschafft sich damit auf dem beackerten Gebiet den Ruf eines Experten, so ist der Weg zu neuen Auftraggebern oder einem neuen Job häufig sehr kurz. Annik Rubens kann man deshalb in letzter Zeit auch auf Bayern 3 hören. Das ist im Übrigen bei Blogs nicht anders. Beispiele gibt es genug, in denen Unternehmen ihre Mitarbeiter gefeuert haben, weil ihnen die Inhalte des privat betriebenen Blogs nicht gepasst haben. Diese Mitarbeiter fanden aber häufig sehr schnell wieder eine ordentliche Position bei einem Unternehmen, das mit Kritik anders umgeht und versteht, sie für die eigenen Zwecke zu nutzen.

Noch tiefer in die neuen Medien und damit auch in die Psyche der jüngeren Generationen ließen die YouTube-Beispiele blicken. Und auch der massive Protest der Deutschen Football League wird dem Wachstum dieses Dienstes nichts anhaben können. Wie wir selbst miterleben konnten, macht es einfach Spaß die unterschiedlichsten Clips vom verrottenden Kürbis über das Redesign der iPod Verpackung durch Microsoft bis zum wirklich gelungenen Luftgitarren-Video (völlig ohne Promotion) zu finden, anzusehen, zu diskutieren und zu bewerten.

Ein ganz anderes, aber nicht minder wichtiges Feld ist das Networking. Xing (früher OpenBC tut bereits jetzt vielen gute Dienste und vielleicht probiere ich bald auch mal LinkedIn aus. Inzwischen haben sich weitere MBAler anstecken lassen (hallo Ilka). Die Bedenken, dass man hier zu viel von sich preisgeben könnte, haben anscheinend nur wenige Leute und weil man auch von den anderen Mitgliedern recht viele Informationen sehen kann, tendiert man schon dazu, freigiebiger mit den eigenen Daten umzugehen.

Gleiches und Unterschiedliches
Egal welche neuen Medien wir uns näher angeschaut haben, es scheint das Prinzip der Neugier zu regieren. In Deutschland noch viel mehr als in den USA. Blogs werden bei uns erst langsam salonfähig und immer noch sind die allermeisten eine reine Spielerei, die man mal ausprobiert, die man auf Reisen nutzt, um nicht immer ellenlange E-Mails an alle schreiben zu müssen oder die als öffentliches Tagebuch dienen. BusinessBlogs haben vor allem die Kommunikationsagenturen, die sich mit dem Thema befassen (siehe rechts) und einige größere Unternehmen. Doch schnell lernt man auch die Grenzen kennen - so zuum Beispiel Siemens mit dem CEO-Blog. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Der Kommentar des PR-Bloggers macht deutlich, dass im Zeitalter von Web 2.0 die Kommunikationsstrategie ganz schnell aus dem Ruder laufen kann. Aber was kann man daraus lernen?

1. Blogs können nicht länger vernachlässigt werden - sie gehören in den Kommunikationsmix
2. Wer sich der neuen Medien bedient, muss auch ihre Spielregeln akzeptieren und sich der Kritik stellen
3. Web 2.0 schafft Transparenz. Es ist eine Mär, dass man die Kommunikation kontrollieren kann; man kann sie bestenfalls steuern.

Wenig wirklich gute Beispiele gibt es für Unternehmenspodcasts: bei den Automobilherstellern funktionieren oft Hörbücher junger Autoren ganz gut und bei Krankenkassen die Gesundheitstipps. Gelungen finde ich auch die Audiobeiträge des Fraunhofer Magazin. Aber dann... Zur wirklich effizienten Nutzung in der Kommunikation ist noch ein weiter Weg. Gleiches gilt für YouTube und Wikis.

In den USA ist man allgemein schon ein wenig weiter, aber die Decke ist auch hier noch lange nicht erreicht.

Was wirklich gut in beiden Kulturkreisen funktioniert sind die Sozialen Netzwerke. Xing und andere Plattformen erfreuen sich nicht nur einem enormen Zuspruch bei den Nutzern, ganz offensichtlich und selbst ausprobiert lassen sich darüber auch sehr gut Geschäfte anbahnen, Mitarbeiter rekrutieren und Reputationen aufbauen.

1 Comments:

  • At 10:46 PM, Anonymous Anonymous said…

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